Die versunkene Stadt von Baiae
 

Die versunkene Stadt von Baiae

 
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Baiae, als Teil der Phleagrischen Felder, im Nordwesten des Golfs von Neapel gelegen, war wegen seiner Heilquellen schon zu Zeiten der alten Römer ein beliebter und äußerst mondäner Erholungs- und Vergnügungsort.

Bekannte römische Kaiser wie Nero, Caesar und Cicero genossen in ihren grandiosen Ferienvillen inmitten, von aktiven Vulkanschloten und heißen Quellen – also mit eingebautem Natur-Spa – das luxuriöse Leben. Andere Zeitgenossen hielten die Stadt eher für Sodom und Gomorrha, oder wie Seneca es ausdrückte, ein „Rasthaus der Laster“.

 

Geschichte

Wandern im Gargano

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Die Phleagrischen Feldern, auch „brennende Felder“ genannt, sind vulkanisch hoch aktiv. In der Tat handelt es sich um einen „Supervulkan“, der sich in Form einer gigantischen Magmakammer bis zum Vesuv erstreckt. Geologen und Vulkanologen halten die Gegend bis heute für eines der gefährlichsten Vulkangebiete der Welt.

Bei einem Vulkanausbruch vor mehr als 30.000 Jahren entleerten sich solche Massen von Magma aus dem Erdinneren, dass die Erdkruste einstürzte und die Phleagrischen Felder als Caldera von 12 Kilometer Durchmesser entstand.

Beim letzten Vulkanausbruchs im Jahr 1538 entstand nicht nur ein neuer Vulkankegel, der 133 Meter hohen Monte Nuovo, sondern es kam auch zu Schwankungen des Meeresspiegels im Zeitlupentempo. Über die Jahrhunderte führte dies zu einem allmählichen Anstieg des Meeresniveaus und langsam, aber sicher wurde die Stadt Gaiae vom Meer in Besitz genommen.

Schon in den 1920er Jahren entdeckten Bauarbeiter bei einer Hafenerweiterung antike Skulpturen und Bauteile. Doch das ist in diesem Teil der Region Kampanien ja beinahe Routine. Erst in den 40er Jahren brachten Luftaufnahmen ans Licht, dass es sich um weit mehr, als nur ein paar alte Stelenstücke und Reliefbrocken handelte, und dass sich die unterirdische Stadt bis 400 Meter ins Meer hinaus erstreckt.

 

Archäologisches Museum von Baiae

 

Archäologische Unterwassergrabungen ab 1980 förderten das Nymphäum von Kaiser Augustus zu Tage. Dieses, die Kaiservillen und andere bemerkenswerte Funde kannst Du im archäologischen Park von Baiae besichtigen – allerdings über Wasser.

Hier finden sich auch die fälschlich als Tempel von Diana, Venus und Merkur bezeichneten Gebäude, die allesamt Teile der ausgeklügelten Thermenanlagen darstellen. Ebenso wie die erste Großkuppel der Welt, gefertigt aus römischem Beton, einer äußerst haltbaren Mischung aus Kalk und Vulkanasche. Ein weiteres Zeugnis der Kunstfertigkeit, Phantasie und baumeisterlichen Expertise der altrömischen Architekten.

 

Tauchen im archäologischen Unterwasserpark von Baiae

 

Der Parco Archeologico Sommerso di Baia, ein Tauchgang durch antike römische Ruinen, ist ein unvergessliches Erlebnis für jeden Taucher. Schwerloses Schweben durch die römische Geschichte.

Die meisten Tauchgänge finden in geringen Tiefen von 5 bis 8 Meter statt und erlauben einen tiefen Blick in die Welt des feudalen römischen Reichs. Die besten Sichtbedingungen herrschen im Spätwinter und Frühling, wenn das Meer noch eher kalt ist. Durch die exponiert vulkanische Lage im Einzugsgebiet des Vesuvs und Dank unterseeischer heißer Quellen ist die Wassertemperatur ohnehin etwas höher als im restlichen Mittelmeer.

2000 Jahre alte Villenanlagen, Relikte beeindruckender Thermalbäder, gepflasterte Straßen, kunstfertige Mosaike, Überbleibsel von Hafenanlagen, Fisch- und Muschelzuchtbecken, pittoresk von Algen bewachsen, mit lautlos durch die “Straßen“ ziehenden Fischschwärmen, lassen jedes Taucherherz höher schlagen.

Einen Einblick in die immer noch sehr aktive vulkanische Tätigkeit bietet das „Rauchende Riff“. Mit maximal 16 Meter einer der wenigen tieferen Tauchplätze im Unterwasserpark. Die Gasblasen der schwefelhaltigen Fumarolen, die zwischen den reich besiedelten Säulen aufsteigen, konkurrieren mit den Bläschen der Ausatemluft der Taucher. In der Umgebung der Gasaustrittsstellen zeigt der Meeresboden die typisch gelbe Färbung des Schwefels.

Das Tollste ist, dass man die Gasbläschen nicht nur sehen, sondern sie auch körperlich fühlen kann. Manche Blasen sind so kompakt, dass Du damit Ball spielen kannst. Solche Bedingungen wecken das Kind auch im abgebrühtesten Taucher, denn wer spielt nicht gerne mit Bubbles? Das Wasser ist in diesem Bereich auch wesentlich wärmer, ein weiteres Zeichen, dass Du gerade einen Unterwassertanz auf dem Vulkan erlebst.

Nichttaucher gehen in der versunkenen Stadt mit dem Schnorchel auf Entdeckungsreise. Bei einer durchschnittlichen Meerestiefe von 5 Metern schnorchelst Du über von Algen bewachsene Säulen, kunstvolle Mosaike und beobachtest Schwärme von kleinen bis mittleren Fischen, wie sie zwischen den antiken Bauteilen ihre Runden ziehen. Für solche, die ganz trocken bleiben möchten, gibt es für den Ausflug in die Antike ein Boot mit Glasboden. Bei Schönwetter und ruhigem Meer ist das Gleiten über die schemenhaften Ruinen, Straßen und Skulpturen ein beinahe mystisches Erlebnis.

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