Galleria Borbonica – Neapels unterirdische Welt
 

Galleria Borbonica – Neapels unterirdische Welt

 
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Wenn man in Neapel ist, sollte man unbedingt eine Tour durch die geheimnisvolle Unterwelt der Stadt machen. Denn weit unter den Gassen liegt ein weitläufiges Labyrinth aus Gängen, Höhlen, Zisternen und Aquädukten. Es ist durch den Abbau des gelben neapolitanischen Tuffsteins entstanden, einem Vulkanstein, mit dem u. a. Festungsbauten wie das Castel dell‘Ovo und das Castel Sant’Elmo gebaut wurden und der auch für den Bau der Häuser direkt darüber verwendet wurde. Seit der Antike wurde in den unterirdisch entstandenen Kammern und Kanälen über Aquädukte Wasser umgeleitet, so dass jedes Haus aus einer eigenen Zisterne Zugang zu Wasser hatte. Die Tunnel waren somit ein mit der Oberfläche durch Brunnen verbundenes Kanalsystem, das die Stadt bis Mitte der 1880er Jahre mit Trinkwasser versorgte. Danach hauste zeitweise die ärmste Bevölkerung Neapels in den Gängen und es wird erzählt, dass hungrige Kinder durch die Gänge schlichen und in fremde Häuser einstiegen, um sich nach etwas Essbarem umzusehen. Dadurch entstand die Legende vom Hausgeist „Munaciello“. Während des Zweiten Weltkrieges dienten die Gänge und Kammern als Luftschutzbunker für die Bevölkerung von Neapel und retteten so Tausenden Einwohnern das Leben. Nach dem Krieg wurden die Tunnel nur mehr zur Müllablagerung genutzt und das Neapel unter Neapel geriet in Vergessenheit. Erst ein verheerender Brand in einem Sägewerk und dessen sich durch das Tunnelsystem schnell verbreitende Rauch erinnerten Ende der 1970er Jahre wieder an das unterirdische Labyrinth.

 

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Heute sind die Tunnel für die Öffentlichkeit zugängig und man kann durch mehrere Eingänge an verschiedenen Orten in die geheimnisvolle Welt absteigen. Seit den 1980er Jahren wird das subterranen Tunnelsystem von verschiedenen Kulturvereinen wieder restauriert, und so kann man eine Zeitreise antreten, die einen zu griechisch-römischen Aquädukten, römischen Theatern, Gravuren und Wandzeichnungen führt.

Durch die Tunnel werden verschiedene Führungen angeboten und vor allem die Galleria Borbonica mit dem Bourbonen-Tunnel ist wirklich ein Besuch wert. Im Jahr 1853 wurde vom Bourbonen Ferdinand II. ein spezieller Tunnel, der Bourbonen-Tunnel, in Auftrag gegeben. Im Falle einer Rebellion wollte er einen Fluchtweg vom königlichen Palast an der Piazza del Plebiscito zur Via Morelli und somit zum Meer haben. Gleichzeitig sollten die Soldaten den Palast schnell erreichen und verteidigen können. Nachdem die Bourbon-Dynastie aber ein paar Jahre später gestürzt wurde, stellte man die Bauarbeiten ein. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden der zu diesem Zeitpunkt in Vergessenheit geratene Tunnel als Autoabstellplatz genutzt. Noch heute findet man dort Oldtimerautos und -motorräder aus den 1930er bis 1960er Jahren, und einige von ihnen wurden restauriert. Auch Statuen und weitere Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg erinnern in der Galleria Borbonica an die turbulente Geschichte Neapels und erzählen von seinen Bewohnern.

Die Galleria Borbonica bietet verschiedene Touren auf gesicherten Wegen an, und es liegt am Besucher, ob er sich für die Standard-, Abenteuer- oder Höhlenforschertour mit Helm, Taschenlampe und Ausrüstung entscheidet. Die gut positionierte Beleuchtung und Lichteffekte lassen die unterirdische Welt fast magisch erscheinen, und der Besucher entdeckt Neapel von einer ganz neuen Seite.

(foto: galleriaborbonica.com)

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