Der Palio di Siena - eines der härtesten Pferderennen der Welt
 

Der Palio di Siena - eines der härtesten Pferderennen der Welt

 
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Der Palio di Siena ist nicht nur eines der härtesten sondern auch eines der ältesten Pferderennen der Welt. Aufzeichnungen besagen, dass der Palio bereits im 6. Jahrhundert ausgetragen wurde. Bis heute ist es das bekannteste kulturelle Ereignis in Siena.

Das Rennen ist sehr kurz, die Bedingungen sehr hart, und die Emotionen, die hier aufflackern, suchen ihresgleichen. Die ca. 40.000 Sienesen, die jedes Jahr diesem Ereignis beiwohnen, sind daher in keinster Weise von Touristen beeindruckt, seien es Italiener oder ausländische Touristen, sie bleiben relativ unbeachtet. Bei diesem Ereignis geht es um Stolz, Unabhängigkeit, vergangene Republiken und den Glanz alter Zeiten - alles wird innerhalb eines kurzen Rennens wiedergegeben - und die Vorbereitung darauf dauert ein ganzes Jahr.

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Der Palio di Siena ist gefährlich - für Reiter und Pferd

 

Auf der Piazza del Campo, mitten in Siena, wird für dieses Ereignis ein Rennkurs aufgebaut, der gerade mal 300 Meter Länge hat. Der Hauptplatz der Stadt wird abgesperrt, der ganze Bodenbelag wird mit Tufflehm bedeckt, und die ganze Stadt bereitet sich schon Tage vorher darauf vor. Auf diesen 300 Metern müssen sich dann die Reiter beweisen, und auch die Pferde. Jeweils 10 Jockeys mit Pferd ziehen in die Bahn. Das Rennen dauert kaum 100 Sekunden, es geht insgesamt dreimal um die Piazza. In diesen 100 Sekunden riskieren Reiter und Pferd ihr Leben.

 

 

Wer wird für das Rennen zugelassen?

 

Alle sind zugelassen doch nur 10 der 17 Contraden (Stadtviertel) nehmen an einem Rennen teil; 7 davon sind jeweils die, welche an dem vorherigen Rennen nicht teilnahmen, 3 werden ausgelost. Der Palio, das Rennen an sich, ist zwar nur kurz, doch das Ereignis dauert 4 Tage. Am ersten Tag ist die so genannte Tratta. Hierbei werden die Contraden in einer Verlosung gezogen und auch die Pferde werden den einzelnen Contraden zugewiesen. Das heißt, die Contraden können zwar selber ihre Reiter (Fantini) wählen und ins Feld schicken, die Pferde jedoch werden erst mit der Verlosung zugeteilt. Vor dem Ereignis werden aus 60 Pferden 30 ausgewählt, die nach Proberennen für den Palio zugelassen werden.

Sehenswert ist dieses Ereignis nicht nur aufgrund der Leidenschaft, die man dabei spürt, oder dem Flair eines italienischen Volksfestes, der möglichen Gefahr für Reiter und Pferd, sondern auch der Ablauf eines solchen Palio am Tag des Rennens ist höchst interessant. Es kommt zu Fehlstarts, weil das Rennen beginnen soll, wenn der letzte Reiter (Fantino) einzieht, was aufgrund der Enge auf der Rennbahn zu Schwierigkeiten führen kann. Auch die Prozession vor dem Rennen ist höchst sehenswert. Schafft man es, sich einen Platz mit guter Aussicht zu sichern, dann ist dies einer der Höhepunkte eines Urlaubs in der Toskana.

 

Der Palio di Siena als Touristenattraktion

 

Der Palio ist mehr als ein Sportereignis oder ein Wettkampf für die Sienesen. Vom Zeitpunkt ihrer Geburt spielt der Palio eine große Rolle im Leben der Bewohner Sienas. Jeder Bewohner gehört zu einer Contrade, nimmt Teil am sozialen Leben innerhalb einer Contrade und wächst so in ein großes Gefühl der Zugehörigkeit einer Gemeinschaft hinein. Und während des ganzen Jahres nehmen sie in irgendeiner Form an Vorbereitungen für den Palio teil, sei es auch noch so gering. Die Leidenschaft der Sienesen für den Palio ist unübertroffen in der Region, und dies in Italien, wo Leidenschaft eine Lebensart ist, und nicht nur eine charakterliche Eigenschaft oder eine Ausdrucksform. Hat man als Tourist die Gelegenheit, einem solchen Palio beizuwohen, dann sollte man sich diese auf keinen Fall entgehen lassen. Es ist ein orignales Ereignis, welches die Siener für sich veranstalten, keinesfalls versucht man damit, Touristen anzulocken. Der Palio di Siena geht offiziell bis in das 11. Jahrhundert zurück, auch wenn ähnliche Wettkämpfe schon in den vorherigen Jahrhunderten stattfanden, und wird sich in der Region auch noch sehr lange halten. Als Tourist darf man sich glücklich schätzen, wenn man einen besonderen Aussichtsplatz erheischen kann, und kann es auch getrost unter Abenteuererlebnis in der Erinnerung verbuchen.

 

Wie und wann kann man den Palio di Siena sehen?

 

Der Palio di Siena findet zweimal jährlich statt, einmal am 2. Juli, der Palio von Provenzano, zu Ehren der Madonna von Provenzano und am 16. August (Palio von Mariä Himmelfahrt, zu Ehren der Mariä Himmelfahrt).

 

Um den Palio zu sehen, gibt es drei Möglichkeiten:

 

  • Der eine ist, am Tage des Geschehens einfach aufzutauchen, ohne vorherige Buchung oder Organisation. Dann versucht man am besten, sich so weit wie möglich in der versammelten Menge nach vorne zu drängen. Es gibt einen abgesperrten Bereich, diesen nennen die Sienesen den Hundestand. Es ist kostenlos, denn alles was man tut ist, sich in einer Zuschauermenge zu drängen, und zu riskieren, dass man wenig bis gar nichts sieht. Bei diesem Plan erscheint man am besten so früh wie möglich an der Piazza del Campo, am besten schon morgens. Für Toiletten, Nahrung und Getränke wird in der Menge durch die vielen Straßenverkäufer gesorgt. Kinder bringt man bei dieser Variante besser nicht mit.

 

  • Die zweite Möglichkeit ist, einen Platz an den Ständen zu buchen, welche die Piazza umgeben. Am besten so nahe wie möglich an der Mossa, denn hier ist wo alles beginnt, und wo das Rennen auch beendet wird. Leider ist es nicht ganz so einfach, für diese Stände Tickets zu ergattern, denn diese gibt es nicht im Vorverkauf. Die Tickets für solche Plätze werden von den Bars und Restaurants um die Piazza herum verkauft - jeder, der einen Platz anbieten kann, wird sein Geschäft machen. Mit ein wenig Glück kann man einen finden, doch sollte man schon Monate vorher anfragen. Diese Aussichtsplätze können teuer werden, es sei vorgewarnt, hier kann man mit zwischen 150 und 400 Euro rechnen.

 

  • Die dritte, beste und auch teuerste Variante ist, sich ein Zimmer in einem Hotel zu mieten, welches den Platz überschaut, oder über diverse Webseiten ein Zimmer oder vielleicht auch nur einen Balkon für den Tag von einem Haus- oder Wohnungsbesitzer zu mieten. Da dieses Ereignis immer sehr gut besucht ist, schlägt man sich am besten, wenn man Monate oder sogar ein ganzes Jahr im Voraus bucht. (Dies lässt die erste Alternative gar nicht mehr so unattraktiv erscheinen).

 

 

Die Contraden

 

Die Contraden sind die Bürger des jeweiligen Stadtviertels. Diese Contraden tragen die recht interessanten Namen Oca (Gans), Chiocciola (Schnecke), Leocorno (Einhorn), Valdimontone (Widder), Tartuca (Schildkröte), Onda (Welle), Istrice (Stacheleschwein), Nicchio (Muschel), Aquila (Adler), Lupa (Wölfin),  Civetta (Kauz), Torre (Turm), Pantera (Panther), Bruco (Raupe), Giraffa (Giraffe) und Selva (Wald).  Jede Contrade hat ihre eigene Flagge, ihre eigenen Symbole.

 

Siena - die mittelalterliche Stadt hängt an vergangenem Ruhm

 

Siena ist heute eine Stadt mit knapp 54.000 Einwohnern. Einstmals war Siena ein Stadtstaat im Zentrum der Toskana. Unabhängig, und in ständiger Konkurrenz mit Florenz, der heute florierenden Stadt mit großem kulturellen Erbe und Kunstschätzen, die heute die Touristen in Scharen anlocken und Florenz ein unübertreffliches Flair einer kulturell und geschichtlich wichtigen Hochburg beschert haben. Die kleine Schwester Siena konnte da nie so ganz mithalten. Mitte des 16. Jahrhunderts war es mit der Unabhängigkeit der Sienesen vorbei, die Republik kam zu einem Ende und Siena wurde der Stolz der Unabhänigkeit genommen. Es waren die Contraden, die damals die Aufgaben übernahmen, oder übernehmen wollten, die zuvor den Kompanien des Militärs zugefallen waren. Es bildete sich eine Stadt mit mehreren Territorien, heute Stadtvierteln, und die Contraden repräsentierten weiterhin eine Art militärischen Schutzes. Auch die Contraden haben sich jedoch den wechselnden Zeiten und Anforderungen angepasst. Die 17 Contraden sorgten dafür, dass Siena bis ins 19. Jahrhundert noch eine relativ wichtige Rolle in Italien spielten. Und bis heute werden sie als selbständige Verwaltungsorgane der 17 Bezirke noch gewählt und übernehmen die verschiedensten Aufgaben im Dienst der Bürger.

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